Stress in der Schwangerschaft

Stress kennst du mit Sicherheit auch aus der Zeit vor der Schwangerschaft. Ein hohes Arbeitspensum im Beruf oder Ärger in der Beziehung sorgen dafür, dass du dich belastet fühlst. Ein Umzug, Weihnachten mit der Familie oder die Planung eines Urlaubs können sich manchmal auch auf deinen Stresspegel auswirken.

 

Was Stress im Körper bewirkt

 In einer Stresssituation schüttet der Körper vermehrt Hormone wie Adrenalin, Dopamin oder Vorstufen von Cortisol aus. Diese Hormone verursachen einen Anstieg deiner Herzfrequenz und des Blutdrucks, die Muskulatur spannt sich an und die Verdauung wird heruntergefahren. Auch dein Kind kann diese Auswirkungen spüren: so erhöht sich der Puls kurz nachdem sich deiner erhöht hat.

Leichter Stress als Vorbereitung auf das Leben

Leichter Stress schadet dem Kind nicht, die normalen Schwankungen zwischen Anspannung und Entspannung bereiten es optimal auf die Geburt und das Leben vor. Aber es ist sinnvoll, dass du die Auslöser für andauernden negativen Stress erkennst und ihnen entgegenwirkst (BZgA 2017).

 

Welche Auswirkungen hat Stress auf Ungeborene?

Extremer oder andauernder Stress kann sich negativ auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes auswirken. Es steigt das Risiko für vorzeitige Wehen und eine Fehl- oder Frühgeburt (Krans et al. 2014).

Wenn zu lange zu viel Cortisol ausgeschüttet wird, kann beim Kind eine verzögerte Gewichtszunahme und Entwicklung auftreten und das Nervensystem zeigt langfristige Veränderungen (Sandmann 2012).

Stress in der Schwangerschaft kann zudem Präeklampsie auslösen und wird mit der Entstehung eines Gestationsdiabetes in Verbindung gebracht (Gennari-Moser et al. 2010).

Wenn du eine Überlastung feststellst, ist es gut und richtig, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Wende dich gerne an Ärztin oder Arzt, an die Hebamme oder an Schwangerschaftsberatungsstellen. Bei vorhandenen Risiken für eine Frühgeburt besteht auch Anspruch auf eine Haushaltshilfe, deren Kosten von der Krankenkasse bei ärztlichem Attest übernimmt (BZgA 2017).

 

Gesundheit

Was können Stress auslösende Ereignisse sein?

  • Tod des Partners
  • Scheidung, eheliche Untreue, Trennung
  • Gefängnisaufenthalt
  • Tod eines Familienangehörigen
  • Persönliche Verletzung oder Krankheit
  • Hochzeit
  • Verlust von Arbeit
  • Eheliche Versöhnung
  • Eintritt in die Rente
  • Gesundheitsprobleme eines Familienmitglieds
  • Schwangerschaft
  • Sexuelle Probleme
  • Familienzuwachs
  • Veränderungen im Geschäft/Arbeit
  • Finanzielle Veränderungen
  • Tod eines nahen Freundes
  • Wechsel der Arbeitsstelle
  • Zunehmende Auseinandersetzungen mit dem Partner
  • Schulden über 100.000 Euro
  • Kündigung einer Hypothek eines Darlehns
  • Verantwortungs-Änderungen im Beruf
  • Die Kinder verlassen das Haus
  • Schwierigkeiten mit Schwiegereltern
  • Außerordentlicher persönlicher Erfolg
  • Der Partner beginnt/verlässt eine Arbeit
  • Beginn oder Ende der Schule
  • Veränderung der Wohnsituation
  • Verhaltensänderungen
  • Probleme mit dem Vorgesetzten
  • Veränderungen der Arbeitszeiten/-konditionen
  • Wohnortwechsel
  • Schulwechsel
  • Veränderung der Freizeit
  • Veränderung der Kirchentätigkeit
  • Veränderung sozialer Aktivitäten
  • Schulden unter 40.000€
  • Veränderung der Schlafgewohnheiten
  • Veränderung der Familienzusammenkünfte
  • Veränderung der Essgewohnheiten
  • Urlaub/Ferien
  • Weihnachten alleine verbringen
  • Geringe Gesetzesverstöße

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Die Autorin dieses Textes

Mélanie Patricio Da Silva

Mélanie Patricio Da Silva

B.Sc. Midwifery & Hebamme / Studentin M.Sc. Public Health

Der Zugang zu aktuellen und qualitativ hochwertigen Informationen ist für mich ein Frauenrecht. Es stellt eine Voraussetzung dar, um die Selbstbestimmung der Frau über ihren Körper während der Schwangerschaft, der Geburt und ihr ganzes Leben lang zu fördern. 

Literatur:

BZgA (2017). Stress und starke Belastung in der Schwangerschaft. Verfügbar unter https://www.familienplanung.de/vorbeugung/

Zugriff am 14.03.2021

Gennari-Moser, C., Khankin, EV., Schüller, S., Escher, G., Frey, BM., Portmann, CB., Baumann, MU., Lehmann, AD., Surbek, D., Karumanchi, SA., Frey, FJ. & Mohaupt, MG., Regulation of placental growth by aldosterone and cortisol. Endocrinology. 2011 Jan;152(1):263-71.

DOI: 10.1210/en.2010-0525.